FRENI Tipps & Insights

Aus der Praxis. Für die Praxis.

Praktische Tipps, Erfahrungen und Einblicke – von Entrepreneuren und Expert/innen, die es selbst gemacht haben.

Lange Zeit galt im Unternehmertum die Idee oder die technische Umsetzung als größte Herausforderung. Heute hat sich die Situation deutlich verschoben. Was jedoch nicht einfacher geworden ist, ist etwas anderes: die Aufmerksamkeit echter Menschen zu gewinnen. Vertrauen aufzubauen, Interesse zu wecken und jemanden tatsächlich zum Bezahlen zu bewegen, bleibt der schwierigste Teil.
Viele angehende Gründer*innen unterschätzen systematisch, wie lange echter Fortschritt im Unternehmertum dauert. Der Grund ist simpel: Wir sehen fast immer nur das Ergebnis – nicht den Weg dorthin. In Wirklichkeit steckt hinter den meisten „Übernacht-Erfolgen“ eine lange Phase aus Experimenten, Rückschlägen und Iterationen.
Generell ist die Story Deines Unternehmens ein ebenso wichtiger wie auch unterschätzter Baustein. Wer sind wir und was machen wir hier eigentlich für wen? Dass Dein Businessplan bereits die erste Story war, die Du aufgeschrieben hast, wird dabei meist übersehen. Deine Story wird zum Manifest und zur Marschroute. Damit löst sie einen sehr wichtigen Punkt: Die Frage nach dem „Warum?“. Und dann bekommt alles Fokus.
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Wer ein Startup starten will, braucht vor allem eines — echtes Marktfeedback. Wer zu lange wartet, baut häufig am Markt vorbei. Die harte Wahrheit: Für große Vorhaben fühlt man sich fast nie „bereit“. Weder für die Gründung noch für andere Lebensentscheidungen. Das Gefühl kompletter Sicherheit ist meist eine Illusion.
Stell Dir vor: Ein Investor öffnet Deinen Businessplan. Die erste Seite wirkt solide, die zweite noch akzeptabel – und dann endet die Aufmerksamkeit. Nicht, weil Deine Idee schlecht ist. Sondern weil Investor/innen unter massivem Zeitdruck stehen. Wer jede Woche Dutzende Pitch Decks und Businesspläne prüft, trifft sehr schnell eine Entscheidung: weiterlesen oder aussortieren.
Nicht jedes neue Unternehmen ist automatisch ein Startup. Der Begriff wird heute häufig genutzt, oft sogar überstrapaziert. Doch ein echtes Startup ist mehr als ein neues Produkt oder ein modernes Geschäftsmodell. Es verändert, wie Menschen leben, arbeiten und Entscheidungen treffen – und genau das ist der entscheidende Unterschied.
Viele Gründer*innen glauben, potenzielle Kund*innen nach ihrer Zahlungsbereitschaft zu fragen, sei der sicherste Weg zur optimalen Preisfindung. Klingt vernünftig – führt aber häufig in die Irre. Der Markt bewertet den wahrgenommenen Nutzen – nicht die Durchschnittswerte aus Umfragen.
Wir Gründer sind die Rockstars der Wirtschaft. Wir sind frei, unbeschwert und erschaffen Dinge, die sich normale Menschen nicht vorstellen können oder sich nicht trauen. Und wie bei Rockstars üblich, schauen die normalen Menschen zu uns auf. Sie verstehen uns nicht, aber sie feiern das, was wir tun. Sie feiern unseren Mut und wären gerne selber so mutig.
Früher glaubte ich, dass die Finanzierung der Wendepunkt sei. Im Rückblick bereue ich es nicht, Geld gesammelt zu haben. Ich bedauere, geglaubt zu haben, es würde das lösen, was wir noch nicht verstanden hatten. Die Finanzierung hat uns nicht im Stich gelassen. Sie weigerte sich einfach, die Arbeit für uns zu erledigen.
Einige der besten Gründer, mit denen ich zusammenarbeite, verkaufen ihre Produkte im Vorfeld der Gründung. Sie erhalten Zusagen – manchmal sogar echtes Geld –, bevor das Produkt vollständig entwickelt ist. Für die meisten Gründer ist das beängstigend, denn es bedeutet, sich der Marktrealität zu stellen, bevor man sich mit einem vermeintlich sicheren System aus „fertigen“ Funktionen ausgestattet hat. Doch es ist auch der schnellste Weg, herauszufinden, worauf es wirklich ankommt.
Das Wort „Scheitern“ ist in Deutschland denkbar negativ behaftet. Dabei ist Scheitern eine der wichtigsten Grundlagen der Evolution. Wer mit etwas scheitert, hat offensichtlich davor etwas Neues versucht und hat mit dem Scheitern immerhin gelernt, wie man es nicht macht. Etwas Neues auszuprobieren und zu wagen ist also die Basis für Veränderung und Entwicklung. Wer gescheitert ist, hat immerhin schonmal erste Schritt unternommen, während die Anderen brav ins Büro gegangen sind und sich in der Komfortzone versteckt haben.
Die meisten Unternehmen entwickeln sich auf der Ebene der Bedürfnisse, weil es sich verantwortungsvoll anfühlt. Es ist vertretbar und lässt sich klar erklären. Man kann es in einer Präsentation darstellen. Man kann Preise und Funktionen rechtfertigen. Aber Märkte bewegen sich nicht auf der Ebene der Rechtfertigung. Sie bewegen sich auf der Ebene der Sehnsucht.
Investoren überweisen nicht nach einer einzigen Nachricht Geld. Sie unterstützen Menschen, die ihnen angenehm sind, die sie kennen, denen sie vertrauen und mit denen sie gerne Zeit verbringen.
Genau da beginnt die eigentliche Kapitalbeschaffung – nicht mit dem Geldeingang auf dem Konto, sondern mit einer über die Zeit aufgebauten Beziehung.
Du hast eine großartige Startup-Idee. Vielleicht hast Du sogar schon erste Erfolge erzielt. Doch ein Investor nach dem anderen, mit dem Du Dich triffst, lehnt eine Investition in Dein Startup ab. Und Du kannst nicht herausfinden, was Du falsch machst.

Die Realität ist, dass wir glauben, Investoren das zu sagen, was sie hören wollen, während wir ihnen genau das sagen, was sie nicht hören wollen. Ich werde Dir die zehn Warnsignale nennen, die Du unabsichtlich an Investoren sendest.
Als ich mit meinem Social-Media-Unternehmen anfing, machte ich den klassischen Fehler, allen gerecht werden zu wollen. Ich sagte jedem Projekt, jeder Anfrage und jedem „vielleicht funktioniert das ja”-Angebot zu. Ich war froh, etwas Geld auf meinem Konto zu sehen.
Das Ergebnis? Verstreute Energie. Halbherzige Lösungen, Überlastung. Kunden, die mich nicht wirklich verstanden haben.
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